Flora und Fauna im Bagnogebiet

In diesem geplant und gestalteten englischen Landschaftsgarten stehen in den Rasenflächen heute noch viele alte Bäume, die zum Teil als Naturdenkmäler ausgewiesen sind. Bemerkenswert sind die Solitärgewächse in Schloßnähe und die Stein- und Traubeneichen am Rande des Golfplatzes in der Nähe der Fürstengruft.

© r.wiese BurgsteinfurtWeite Flächen nimmt der Wald im Bagno ein. Laubwälder überwiegen neben den Nadelforsten. Es handelt sich um Eichen-Hainbuchenwälder auf wechselnassen Böden, um Eichen-Buchenwälder und Buchenwälder auf trockenen Stellen. Da der Wald im Bagno teilweise sehr alt ist, neben viel Unterholz auch Wasserstellen aufweist, ist die Vogelwelt besonders reichhaltig. Im Bagnosee wachsen Tausendblatt, Wasserhahnenfuß, Laichkräuter, Tannenwedel und eine große Anzahl weißer Seerosen. Auwälder begleiten die Steinfurter Aa. Durch den kalkreichen Boden konnte sich ein bedeutender Artenreichtum entfalten. Hierdurch wird ein starker Kontrast zu den oftmals sehr einförmigen Wäldern der benachbarten kalkarmen Sandgebiete gebildet. Charakteristisch sind die vielen im Frühjahr blühenden Arten wie Lungenkraut, Busch-Windröschen, Waldmeister, Wald-Veilchen, Aronstab, Schwarze Teufelskralle und Goldnessel. Auch von den geschützten Orchideen kommen Arten wie das Gefleckte Knabenkraut vor.Im Wald und an offenen Stellen sprießen seltene Pilze wie Satanspilz, Parasitenröhrling und der Spechttintling, aber auch in größerer Zahl der sehr giftige grüne Knollenblätterpilz. Eine weitere Besonderheit des BagnoBuchenberg-Gebietes ist die sehr artenreiche Fledermausfauna. Dreizehn verschiedene Arten dieser nachtaktiven Insektenjäger konnten nachgewiesen werden. Zwerg-, Fransen- und Wasserfledermäuse treten im Bagno am häufigsten auf. Das Große Mausohr und die Mopsfledermaus dagegen zählen zu den Raritäten. Knollenblätterpilz © r.wiese BurgsteinfurtDas Vorkommen der Mopsfledermäuse muß mit den berechtigten Interessen der Kulturinteressierten, der Sport treibenden und Erholung suchenden Menschen unbedingt abgeglichen werden. Das Gebiet war immer schon eine vom Menschen  gestaltete Kulturlandschaft und sollte es auch bleiben dürfen. Alle Fledermausarten sind Zuwanderungen aus anderen Gebieten, von wo aus sie vertrieben wurden oder zufällig eingewandert sind. Sie haben die aufgegebenen Kulturbauten besetzt und natürlich für ihre Zwecke übernommen. Man muß sich jetzt die Frage erlauben, ob das auch weiterhin so bleiben soll, oder ob nicht den älteren Rechten der Bewohner und Gäste wieder mehr Raum zugestanden wird. Die meisten der Fledermäuse sind ja auch nicht auf das Bagno angewiesen, sondern dehnen ihre sommerlichen Jagdgebiete weit darüber hinaus aus.Manche Individuen wohnen im Bagno und jagen außerhalb, andere jagen im Bagno und wohnen im menschlichen Siedlungsbereich usw. Die teilweise gute Vernetzung des Bagno-Buchenberg Waldgebietes mit dem Umland über Baumreihen, Gruppen von Hofeichen, Hecken etc. erschließen den umliegenden Raum für die Tiere. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Mopsfledermäuse, von denen man weiß, daß sie sowohl die Wälder des  Bagnos als auch die Heckenreihen und Feldgehölze des Hollicher Feldes bis hin zum Emsdettener Venn regelmäßig als Jagdgebiete nutzen. Der Bagno-See ist ebenfalls ein gutes Jagdgebiet für einige Fledermausarten. Dort bieten sich für Spaziergänger auch gute Beobachtungsmöglichkeiten. Im Sommer kann man bereits bei Sonnenuntergang Große Abendsegler beim Jagen im hohen Luftraum beobachten. Sie lösen – ökologisch gesehen – die tagsüber jagenden Mauersegler ab und werden vom Flugverhalten her oft auch mit letzteren verwechselt. Bei einsetzender Dämmerung kommen die Zwergfledermäuse (meist in kleinen Trupps) hinzu, die zwischen den Baumkronen oder
in Höhe der Ufervegetation jagen. Kurz vor dem Dunkelwerden erscheinen dann die ersten Wasserfledermäuse, die in schwirrendem Flug dicht über der Wasseroberfläche Zuckmücken erbeuten. Manche der Fledermausarten verbringen auch den Winter im Bereich Bagno – Buchenberg. Sie befinden sich dann an möglichst ungestörten, kühlen und luftfeuchten Stellen in Winterschlaflethargie.

© r.wiese BurgsteinfurtiDie künstliche unterirdischen Hohlräume und Stollen vom Eiskeller oder der Ruineninsel (Fransen- und Wasserfledermäuse) aber auch geräumige Höhlen in alten Bäumen (Große Abendsegler) oder Spalten an Gebäuden (Zwergfledermäuse) sind geeignete Winter-Quartiere im Bagno. Besonders für die Mopsfledermäuse sind die unterirdischen Hohlräume des Bagnos als  Winterlebensraum willkommen. Diese besondere Fledermausfauna, aber auch einige charakteristische Lebensraumtypen wie Waldmeister-Buchenwald oder Eichen-Hainbuchenwald sind der Grund dafür, daß das Gebiet Bagno-Buchenberg ausgewählt und als sogenanntes Schutzgebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung“ an die EU gemeldet wurde. Leider müssen dadurch die Landes- bzw. die Bundesregierung der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) nachkommen und entsprechend den unverrückbaren EU-Bestimmungen erhalten. Solche FFH-Gebiete werden in aller Regel durch eine Ausweisung als Naturschutzgebiet dauerhaft gesichert. Künftige Planungen und Vorhaben müssen dann im Rahmen einer so genannten FFH-Verträglichkeitsprüfung nachweisen, daß sie dem Schutzzweck nicht zuwiderlaufen. Ansonsten wären die damit verbundenen Maßnahmen nicht statthaft. Allerdings gelang bei der Installation von Windrädern das Kunststück, diese als ungefählich für die Tierwelt darzustellen. Der Ausdruck „Gefälligkeitsgutachten“ ist ein böses Wort und sollte in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden.

Leider hat man sich damit selbst ein Bein gestellt und der Erhalt von Kulturdenkmälern bzw. eine moderate Wiederherstellung ist damit unmöglich gemacht worden. Damit zeigt sich, welche Bedeutung unsere derzeitigen Entscheider der eigenen Geschichte und Geschichtsdokumentation beimessen.

Seit einigen Jahren hat sogar ein Uhu-Paar seinen Horst auf einer Bagnoinsel. Neben der vielfältigen Vogelwelt im Bagno-Buchenberg ist auch die Bedeutung des Gebietes für Amphibien erwähnenswert. Nachgewiesen sind sieben Arten, von denen insbesondere der Feuersalamander hervorzuheben ist. © r.wiese BurgsteinfurtLurchi, diese kleinen Heftchen, mit den Abenteuern des Feuersalamanders, die gibt es tatsächlich immer noch. Um das Vorbild in der Natur steht es aber momentan schlecht. Ein Pilz bedroht die gesamte Gattung des Feuersalamanders. In der Steinfurter Aa, die das Gebiet tangiert, sind überdies auch die seltenen Fischarten Steinbeißer und Groppe gefunden worden.

Lurchi muss leben! (ein Podcast)

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