Steinfurt und die Titanic

… und was der Buchenberg damit zu tun hat.

„41° 46’N 50° 14’W – Sinken – brauchen sofort Hilfe“.  Als der Funker Jack Phillips am 15. April 1912 um 0.10 Uhr diesen verzweifelten Notruf funkt, ist das Schicksal der legendären RMS „Titanic“ längst besiegelt. Immer wieder tippte er auf seiner Morsetaste das neue internationale Notrufzeichen. 

„Di Di Dit – DAH DAH DAH – Di Di Dit“  ( S-O-S ), klang es in den Kopfhörern auf den umliegenden Schiffen. Es wurde Seenotalarm ausgelöst. Das damals größte Schiff der Welt hatte einen Eisberg gerammt. Nur etwas mehr als zwei Stunden später liegt der Luxusdampfer, den man für unsinkbar hielt, bereits in 3800 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. 1513 Menschen kommen bei dem Untergang ums Leben.

150 Jahre zurück in der Zeit: Im Jahre 1761 trifft sich Graf Ludwig Wilhelm Geldricus Ernst zu Bentheim und Steinfurt, mit dem calvinistischen Geistlichen und Geographen Jedidiah Morse in Paris. Beide waren Freunde von Rousseaus Ideen der Aufklärung. Man unterhielt sich, machte  Konversation über dies und das und den Grund seines Aufenthalts. z.B. über geheime Symbole in der Gartengestaltung, Illuminaten oder sonstwas. Möglicherweise auch über die Signalanlagen, wie sie zur Zeit des soeben beendeten Gemeinfrei File: US Navy 030816-N-4055P-001 7jährigen Krieges mit Flaggensignalen in Gebrauch waren. Dazu hatte Graf Ludwig schon während des Krieges Versuche vom Turm seines Schlosses aus machen lassen. Leider konnten seine Anlagen nur am Tag benutzt werden und die Beleuchtung in der Nacht half da wenig. Man müsste die Schrift direkt übertragen können dachte sich Ludwig und besprach die Idee mit seinem Arzt Christoph Ludwig Hoffmann (* 3. Dezember 1721 in Rheda; † 28. Juli 1807 in Eltville) Er war der Sohn des gräflich-bentheimischen Regierungsrates Wilhelm Hoffmann und seiner Frau Dorothea Maria Poppelmann, einer Rintelner Kaufmannstochter. Wenig später bemerkte man auf dem Schloss und dem Buchenberg in Steinfurt wieder seltsame Aktivitäten und Lichtzeichen. In der Folgezeit wurde er der Erfinder des optisch-mechanischen Telegraphen, rund 10 Jahre vor der Realisation des Flügeltelegraphen von Claude Chappe.  Christoph Ludwig schrieb in einem Brief an Graf Ludwig:
Unbekannt - Original im Archiv "Vereinigte Hoffmann- und Ludwig Stiftung", Kopie als Postkarte bei Klaus Gerstein, Siegen. Hier: scan von Postkarte … unter Ihrer Herrschaft erfand ich in Burgsteinfurt die Telegraphie. In Münster ließ ich im Jahre 1782 von dieser Sache eine abgekürzte Nachricht abdrucken, also zehn Jahre früher, als die Franzosen der Welt von etwas bekannt gemacht haben. Nicht die Teutschen, die Franzosen haben mich geschätzet. …“
Am 4. September 1837, erst 55 Jahre später, stellte Samuel Morse (Sohn v Jedidiah Morse) einen elektromagnetischen Telegrafen vor: Der Apparat verwandelte Sprache in elektrische Signale. Diese Erfindung revolutionierte bald die Kommunikation rund um die Welt. Die Versuche zu einer Übetragungslaterne mit Klappjalousien hatte man auf dem Buchenberg gemacht. Bis heute ist diese Erfindung bei der optischen Signalisierung zwischen U-Booten noch im Einsatz. Die benutzten Codes nannte man Morsezeichen und die kamen beim Titanicunfall 1912 ertstmals bei einer Seenotrettung zum Einsatz. Interessant, S. Morse wird „in einem Brief an einen Freund“ wie folgt zitiert:

„Ein Erfinder zu sein ist wirklich nichts Beneidenswertes. Sobald der Erfolg der Erfindung absehbar ist und es nur noch Ehre und Profit einzuheimsen gilt, wollen einem viele den Ruhm wegnehmen und behaupten, sie hätten Anteil an der Erfindung gehabt.“

Also. – Jedenfalls hätte man in Steinfurt nicht am (Funk)-Telegrafen mitentwickelt, hätte es gar keine Überlebenden der Titanic gegeben, das ist schonmal klar!

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