Die wahrscheinlich wahre Geschichte des Bagnos.

Als man noch nicht reisen konnte so wie heute, holte man sich die Wunder der Welt in den eigenen Garten oder begab sich z.B. auf eine Reise in die wundersame Feenwelt des Burgsteinfurter Bagnos. Es war dieses eine höchst interessante Zeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Jean-Jacques Rousseau forderte Freiheit und Gleichheit als dem Menschen von der Natur verliehene Eigenschaften. Sie  bestimmten als zentrale Begriffe seine Philosophie.

Rousseaus sterblichen Reste ruhten einst in einer Grablege im Park von Ermenonville und befinden sich heute im Pariser Pantheon. Wussten Sie, dass eine der Bagno-Inseln, die mit  dem Ruinenurm, früher genau nach dem Vorbild der Grablege in Ermenonville bei Paris gestaltet war? Was aber hat Rousseau und seine Philosophie mit diesem Park zu tun? Wie beeinflußten seine Ideen die Vorstellungswelt der Steinfurter Bürger und der Menschen die ihn besuchten? Und welche Technik verbarg sich hinter den vielen „Attraktionen“?

Das Burgsteinfurter Bagno, das heute nur noch in Ansätzen als planvoll gestaltete Gartenanlage des Reichsgrafen Karl Paul Ernst von Bentheim-Burgsteinfurt zu erkennen ist, entstand in den Jahren nach 1764 östlich des Burgsteinfurter Schlosses. Dem französischen Vorbild des Maison de Plaisance entlehnt, erfüllten die ersten Bauwerke der Anlage ausschließlich den Zweck, für die gräfliche Familie und ihren Hofstaat einen Sommersitz abseits des Schlosses zu sein. Ausdruck der neuen, ganz im französischen Geschmack gehaltenen Anlage im Sundern hinter dem Schloß war das Bagno – Qquadrat, dessen vier kreuzförmig angeordneten Pavillons, nach dem Vorbild von Clemenswerth, dem Hofstaat im Sommer als Unterkunft dienten und in dessen Mitte sich das Corps de Logis, umgeben von zahlreichen kleinen Gärten, Wassergräben, Spielen und einer Voliere, befand. Zu dieser Garteninsel gehörte auch der bereits schon vor der Gründung des Bagnos inmitten des Hochwaldes zwischen dem Schloss und der neuen Anlage am alten Entenfang angelegte Jagdstern und der Hain der Diana in der Nähe des süssen Brünnchens. (Figur heute in der Konzertgalerie)

Die erste Ausbauphase
Sie wurde geprägt vom gräfl. Baudirektor Johann Jost v. Loen (einem entfernten Verwandten von J.W. v. Goethe etwa ab 1764). Diese Bauphase des Bagnos, teils noch geprägt vom französischen Stil, wurde um 1770 abgeschlossen. In der zweiten Bauphase entstanden die Konzertgalerie und die zugehörigen wassertechnischen Anlagen, wie der Herrensee auf dem Buchenberg, Druckrohrleitungen und Fördertechnik für die Konzertgalerie, den chinesischen Brunnen, die Beregnung der Roseninsel und die vielen anderen Attraktionen überall im Park. Die besonderen Interessen unseres Grafen Graf Karl Paul Ernst, seine außergewöhnliche Vorliebe für die Gartenbaukunst und Hydraulik, die Architektur und die Musik setzten den Maßstab für die weitere Gestaltung des Bagnos. Gemäß dem Thaleschen Prinzip „Alles geht vom Wasser aus“, ging es ihm schon damals um weit mehr, als nur im Strom der Gartenmode mitzuschwimmen oder gar den Park ausschließlich zum prunkvollen Renommieren zu verwenden. Er hielt sich gegen Ende des siebenjährigen Krieges 1792 für ein halbes Jahr in Paris auf, wo er mit den Ideen der Aufklärung und der Freimaurerei in Berührung kam. Er traf Voltaire und war sein eifrigster Verehrer.  Außerdem konnte unser Graf in dieser Zeit Bekanntschaft mit vielen anderen geistreichen Männern machen z.B. Diderot, d’Alembert und Benjamin Franklin, den er später sogar nochmals in London traf. Hier erweiterte er auch seine Kenntnisse über modernste Techniken im Fontainenbau und andere hydraulische Anlagen z.B. in Verssailles. Um Bekanntschaften anzuknüpfen besuchte er regelmäßig die Oper. Er bildete sich in Musik, Sprachen, Literatur und Naturwissenschaften. Die Darstellungen in der Konzertgalerie, wahrscheinlich von den gleichen Handwerkern ausgeführt wie im Schloß von Kopenhagen, sprechen von den schönen Künsten und vermitteln z.B. daß die Malerei Vorraussetzung für die darstellende Kunst ist, die Astronomie die Grundlage für die  Navigation usw.  Auch Start und Ziel einer Reise z.b. an der Bootsanlegestelle des chinesischen Pavillions mit der Sonnen – Symbologie sind auch nach der unvollständigen „Restaurierung“ noch klar erkennbar.

Döhmann Zit.: „Auf diesen Reisen sammelte der Graf unermüdlich wertvolle Bücher, Inkunabeln, Handschriften, Musikalien, Bilder, Münzen, Mineralien und allerlei Raritäten aus dem Tier- und Pflanzenreich für sein geliebtes Kunsthaus oder Museum“.

Heute ist in dem Haus an der Burgstrasse 3 eine Physiotherapie. Die damalige gräfliche Raritätensammlung darf man aus heutiger Sicht durchaus als einen frühen Versuch einer wissenschaftlichen Sammlung bezeichnen. Für das gräfliche Kunsthaus, wie man es nannte, hat sich auch  besonders einer seiner Söhne eingesetzt. In der Folgezeit der Bagnoplanung, so um 1765-75 entstanden Gebäude und Gartenanlagen, die den verwöhnten Geschmack Karls befriedigen konnten und zunächst nur als Erweiterung der Anlage der Maison de Plaisance gesehen werden müssen. Zu ihnen gehörte die 1774 fertig – gestellte Konzert – Galerie, der 1777 erstmals benutzte Kiosk oder Speisesaal, und die in den gleichen Jahren entstandene Maurische Hütte. Die Moschee und das Amphitheater (später Pferdestall) und die Kleine Fontäne mit einem Zierbeet, dem Parterre à la francaise. Sie bildeten am Ende der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts das kulturelle Zentrum des sich immer differenzierter entwickelnden Bagnos und zeigen noch das Bild einer eher auf Repräsentation als auf Attraktion angelegten Gartenkomposition. Ein Verhältnis, das erst unter Ludwig eine komplette Umkehrung erfuhr.

Der Gartenplaner und Initiator der Burgsteinfurter Freimaurerloge „Ludwig zum Flammenden Stern“ Hofcavalliér und Marishal der gräflichen Schlosswache Siegfried-August von Goué war ein Jugendfreund Goethes und beschreibt in einem von ihm verfassten Buch, einer autobiografischen Reisegeschichte, wiederholt die „Pläne zur Anlage eines Freimaurer-Gartens“. Die etwa 8 Jahre währenden Einflussmöglichkeiten in Burgsteinfurt waren geprägt von reger Bautätigleit. Viele der „Attraktionen“ entstammen der Symbologie des Neo-Platonismus in seinem Orden vom Übergang. Die in den Gärten versteckten Kultsymbole werden erst seit den 80er Jahren nach und nach entschlüsselt. Für viele Gärten kommt jedoch das aktuelle Interesse an solchen Themengärten zu spät: Sie sind bereits verschwunden oder, wie in unserem Bagno, verfallen oder mutwillig entstellt, geplündert und zerstört. Der Historiker Franz Wegener hat in seinem Buch die Geschichte der Freimaurergärten untersucht. Beispielhaft erläutert er die Gartenanlagen des Parc Monceau in Paris und des Schlosses Louisenlund in Schleswig-Holstein. Beide Anlagen wurden im 18. Jahrhundert angelegt, sind heute frei zugänglich und vergleichsweise noch gut erhalten.

Die Gärten von Kassel Wilhelmshöhe, (heute Weltkulturerbe) und Wörlitz lassen ebenfalls noch ihre vergangene Pracht erahnen. In dem Buch geht der Verfasser auch den Motiven der Erbauer nach: Was glaubten und erträumten sie? Dieser Ansatz erleichtert auch die Antwort auf die Frage, warum nach 1800 kaum noch Anlagen in Europa entstanden sind, die vorhandenen langsam verfielen und das Wissen um die geheimen Gärten in den folgenden Jahrhunderten fast vollständig verloren ging.

Die Idee des Landschaftsparkes
Graf Karl, der Gartengründer, starb am 30.6.1780. Sein Sohn Ludwig, nicht weniger aktiv als der Vater und besessen von seinem Bagno, er hatte la manie des Jardins wie er es selber ausdrückte, übernahm die Grafschaft und führte das Bagno in die nächste Generation. Besaß es auch den Makel, den Zeitgeschmack nicht allzu günstig darzustellen, so war Burgsteinfurt doch in weiten Kreisen der Gartenliebhaber nur durch seine berühmte Gartenanlage beliebt und bekannt geworden. Obwohl die gesamte Anlage noch vom Charakter des barocken französischen Systems geprägt war, zu dessen Prinzip es gehörte, nur ein ausgesuchtes Publikum zuzulassen, wurde unser Bagno zunehmend und mit der Absicht einen für alle Kreise der Bevölkerung erlebbaren Bildungsgarten anzubieten, zugänglich gemacht. Die großzügige Öffnung der zwölf Fenstertüren der Konzertgalerie ließ im Sommer die Öffentlichkeit an den sonntäglich stattfindenden Konzerten teilhaben.

Die nach 1762 geplante Einbeziehung eines nicht zum Kreis des Grafen gehörenden Publikums in das Privatleben des Burgsteinfurter Hofes, wie z.B. bei den Konzerten in der Galerie, hatte mit den Erfahrungen in Paris und mit der Begeisterung des Grafen für die neuen Ideen der Aufklärung zu tun und dadurch eine intensive Wandlung erfahren. Europa befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt eines geistigen Umbruchs. Man bezeichnete sie in Frankreich als das „Siécle des lumiérs“, das Zeitalter der Erleuchter. Aufklärung steht im alltäglichen Sprachgebrauch für das Bestreben, durch den Erwerb neuen Wissens Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu beantworten, Irrtümer zu beheben. Historisch versteht man darunter vor allem die politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Europa und Nordamerika seit den Religionskriegen und deren wissenschaftlichen Errungenschaften. Immanuel Kant prägte den Satz:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“.

Mit den Strömungen des Sturm und Drang und der Romantik wurden Grundpositionen der Aufklärung wie ihr „Vernunftglaube“ später wieder Gegenstand einer breiteren Kritik. Die aufklärerischen Impulse entfalteten jedoch eine breite Wirkung im öffentlichen Leben, die man vor allem in den Feldern der schönen Künste des 18. Jahrhunderts zusammenfassen kann. Ein neues bürgerliches Selbstverständnis auf den Gebieten des Romans und des Dramas verschaffte sich Raum im öffentlichen und städtischen Konzertbetrieb, oder bei der privat veranstalteten Instrumental – Musik. Mozart befand sich auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und unser Graf besuchte ihn anlässlich eines Konzertes in Frankfurt. Diese, für die damalige Zeit revolutionären Öffnungen und Veränderungen haben entscheidend dazu beigetragen, das Bagno weit über das Duodezterritorium hinaus bekannt zu machen. Ein Reisender der feinen Gesellschaft gegen Ende des 18. Jahrhunderts, welcher von Paris in den Norden reiste, machte unterwegs Rast in Burgsteinfurt weil es halt auf dem Wege lag. Außerdem suchte man hier Erbauung und anregende Gespräche. Auf die Bedeutung des Grafen Ludwig – ab 1817 erster Fürst von Bentheim – Steinfurt – im kleinstaatlichen Flickenteppich jener Zeit hat der Amsterdamer Forscher Thomas H. von der Dunk quellenreich hingewiesen. Er nennt Ludwigs Territorium zu Recht

Eine Oase der Bildung inmitten einer Öde der Rückständigkeit.

Friedrich von Bostell, Freimaurerbruder und Bekannter des Grafen, Sinngenosse von Frh. V. Stein und von Fürstenberg aus Welbergen sowie der Fürstin von Gallitzin, spricht vom „Musenhof“ des Burgsteinfurter Grafenhauses. Die nach 1770 enorm gestiegenen Besucherzahlen des Bagnos, die sich in den Fremdenbüchern der Stadt niederschlugen, belegen den großen Zuspruch, den die Gartenanlage in den folgenden Jahren erfuhr. Hatte der Park gegen 1765 etwa 400 Besucher im Jahr gehabt, so waren es zur Jahrhundert- wende um 1800 trotz der damaligen schwierigen Straßen- und Reisebedingungen schon über 4.200 Besucher. Die von Frankreich und Rousseau ausgehenden und in England ausgestalteten neuen gartentheoretischen Vorstellungen, die in Deutschland in den Theorien des Kieler Professors Christian Cay Lorenz Hirschfeld erstmals Ausdruck fanden, vertraten den Landschaftspark als neues Gestaltungsprinzip. Die mit ihm verbundene liberale Grundhaltung nagte an den Grundfesten der absoluten Gesellschaftsordnung und die aufgeklärten Gartentheoretiker lehnten die steife Pracht des französischen  Gartens ab, der als Abbild der höfischen Strukturen und der Fesseln ihrer Etikette empfunden wurden. Er hatte die Natur dem Willen des Souverän untergeordnet und damit auch das überholungsbedürftige System der Gesellschaft verfestigt. Der königlich geheime Staatsrat Karl Justus v. Gruner (1777 – 18220), erster Polizeipräsident von Berlin, war als Freimaurer und Spion seiner königl. Hoheit unterwegs in der neuen Provinz Westfalen und berichtete in höchsten Tönen lobend  über den Steinfurter Bagno und Graf Ludwig.

Zum Bagnokonzept gehörte auch die Darstellung eines Westfälischen Meierhofes. Ein ländliches Idyll ganz im Sinne Rousseaus. Der preußische Kriegskommisär Johann Christian Schubart (Landwirt, geb. zu Zeitz in Sachsen 24. Februar 1734, gest. 23. April 1787, gehörte zum Orden des Übergangs und setzte sich sehr für seine Verbreitung ein. Er war ebenfalls Freimaurer und Sekretär der altpreussischen Großloge zu den Drei Weltkugeln (3WK)  Er war häufiger Gast in Burgsteinfurt, auch weil Goué beabsichtigte, die Ortsloge der GL 3WK zuzuführen. Schubart hat sich seit 1744 für das verbesserte landwirtschaftliche System des Lupinen- und Kleebaus in Böhmen und Mähren eingesetzt und zum Teil auch um die Stallfütterung und den Fruchtwechsel so wesentliche Verdienste erworben, daß ihn Kaiser Joseph II. Von Österreich mit der Ritterwürde und dem Prädikat Ritter von Kleefeld, zum Direktor der kaiserlichen Domänen unter den „vortheilhaftesten Bedingungen“ in österreichische Dienste berief. Die für damalige Verhältnisse ausgezeichneten Besucherzahlen des Burgsteinfurter Bagnos ermöglichten es, den Drunkemöllerischen Hof als Musterbetrieb dergestalt zu präsentieren, daß sich die damals überwiegend in der Landwirtschaft engagierten Besucher von der Wirksamkeit und Notwendigkeit moderner landwirtschaftlicher Methoden überzeugen konnten. So erfüllte unser Bagno eine wichtige Multiplikatorfunktion bei der Verbreitung moderner Agrarmethoden. Der Hof wurde 1909 an höherer Stelle wiedererrichtet. Am Stallgebäude links befindet sich heute noch eine wiederverwendete Tontafel, die auf den Kleeanbau erinnert.

Von der Freiheit des Christenmenschen nach Bentheim-Burgsteinfurter Sicht
„Der Mensch ist frei und mit der Gabe zu freigewähltem Denken und Handeln geboren.“ (*Rousseau). Nach der Ludwigschen Auffassung sogar mit der Pflicht zur Formung seines Denkens, um zur Erkenntnis der eigenen  Gott-Wesenhaftigkeit (durch Bildung) zu kommen. Dieses ist die Aufgabe zwischen dem Beginn und dem Ende seines Lebensweges und sie wird belebt auf dieser Reise durch die Kraft und Bewegung der Natur des lebendigen Wassers (der Taufe und Botschaft Christi) und der (klassischen, begreifbaren) Bildungs Objekte, durch die Zweiachsigkeit (in der Doppelnatur des Menschen) dem Pythagoräischen Dreieck als Grund- Gestaltungsmittel im Erkenntnisgarten (des Bagnos) aus seinem leiblich/spirituellen Wesen. Der Landschaftspark gestaltete symbolisch diese Natur in soweit nach, wie er den Eindruck des natürlich gewachsenen, also die Natur des freien sich Entwickelnden vermitteln sollte. Verpönt waren in ihm beschnittene Hecken, geradlinige Wege, abgegrenzte Flächen, Zierbeete, Labyrinthe, Zäune, Mauern, hochaufsteigende Fontänen und geradlinige Kaskaden. Attribute, deren Vielzahl in den 70er Jahren des ausgehenden 18. Jh. gerade das Bagno aufzuweisen hatte. Hirschfeld, der bereits seit 1789 Kontakt zum Burgsteinfurter Grafen hielt, kritisierte denn auch die Burgsteinfurter Anlage, die er in vielen Teilen noch für zu französisch hielt. Ludwig entschuldigte sich dafür und wies daraufhin, dass er sich bislang noch nicht habe entschließen können, das Werk seines geliebten Vaters ganz zu tilgen.

Die Phase der Modernisierung
So blieb es in den folgenden Jahren nur bei dem Ab- und Umbau ganz und gar unmoderner Anlagen. S.A. v. Goué nutzte seine gestalterischen Freiheiten dahingehend aus, indem er die Achse zum Großen Rade und dahinter planvoll für die Darstellung des Liniengleichnisses verwendete. Das Höhlengleichnis, obwohl in der Grotte an der großen Fontaine anzusiedeln verlagerte er unter die Ruineninsel, wo sie ja auch einen besseren Bezug zu den Zeitthemen symbolisieren konnte. Die Grotte an der großen Fontaine bot keinen Schutz vor der Gischt des aufbrausenden Strahles und schon geringe Windböen ließen die erschrockenen Besucher völlig durchnäßt zurück. Graf Ludwig ließ daher eine größere Sala terra bauen, die innen mit grünseidigen Muscheln verziert wurde. Die spezielle Muschelart hatte er aus Amsterdam kommen lassen und im Herrensee zwischengelagert, damit sie ihren Glanz behielten. Der Saalbau hatte steinerne Bodenplatten und Dränageabflüsse zum Fontainenteich hin. Hier konnte man z.B. auf das besondere Ereignis warten und war vor Wind und Wetter geschützt. Bei besonderen Anlässen konnte man auch die Dramatik des Augenblicks mit Instrumentalmusik begleiten. Dazu war in dem 12 Fuss hohen Raum ausreichend Platz. Heute sieht man davon nur noch einen eingefallenen Erdhügel. Die Steine wurden wohl zur „Wiederverwendung“ schon bald um 1810 von fleissigen Bürgern abgeholt.  Damals bot das Bagno schon aus Platzgründen nur wenig Möglichkeiten, die vom englischen Landschaftspark verlangten großflächigen Veränderungen vorzunehmen. Es blieb bei kosmetischen Maßnahmen, wie der Umwandlung der schnurgeraden Wege in die, den Lebensweg nachvollziehenden Schlängelpfade, dem Anlegen von Grünflächen – sog. Bowlinggreens – und eines walk-belts um den See, der Vergrößerung und Veränderung des Sees und seiner thematisch orientierten Inseln, dem Bau einer großen, die Stärke und die Macht des Souveräns huldigenden Wilden Kaskade und dem Freischlagen großer Teile des Waldes zu Gunsten der freien Sichtachse auf den Thiergarten, den Werth (die Bleichwiesen) und die Türme der Hohen Schule der Stadt.  Die lange Achse zwischen Konzertgalerie und Hoher Schule entspricht in ihrer Symbolik der „Schönheit des Geistes durch Bildung“. Sie nährt sich aus der Achse „Weisheit aus der Geschichte lernen“ basierend auf der „Stärke aus dem Wasser der Veränderungen“. ( nach den Plänen u. fm. Konzept Jost v. Loens.) Die große Zahl der Gebäude und Anlagen des alten, lange unmodernen Bagnos bestand noch bis zum Jahrhundertwechsel. Später versuchte ein münsteraner Architekt noch einmal die Durchbrechung der Burg auf der Achse der großen Allee mit freier Sicht auf die Hohe Schule vorzuschlagen. Es war aber zu spät für die Verwirklichung dieser Idee und er stieß verständlicherweise auf den Widerstand der Schlossbewohner.

Wie sehr Ludwig selbst auch lange nach seinem Regierungsantritt dem französischen Geschmack noch verhaftet war, zeigen die von ihm initiierten Wasseranlagen, wie z.B. die des Ägypten. Sie hatten aber in der Symbologie Goués und Schatzmanns genau den Platz, der ihnen zustand. Sie widersprachen bei ihrer Entstehung eigentlich den Prinzipien des englischen Landschaftsparkes und wurden bis heute als vordergründiges Mittel zur Attraktivitätssteigerung des Bagnos gedeutet. Für die Mehrzahl der Besucher war es auch sicher von geringerer Bedeutung, in einem Park zu wandeln, dessen Enge, Überladenheit und überholungsbedürftiges Erscheinungsbild nur dem Gartenkenner missfiel, jedoch von Anfang an als ein philosophisches Gesamtkunstwerk und als ein Initiationsgarten komponiert war.

In allen Reisebeschreibungen der folgenden Jahre, die das Bagno zum Inhalt hatten, drückte sich denn auch immer wieder der große Respekt vor den Leistungen des Grafen und seiner Geister- und Feenwelt aus, wenngleich sie bis heute von den wenigsten verstanden wird. Dieses ist besonders Goué zurückzuführen, der während seiner kurzen nur 8 Jahre dauernden Einflußmöglichkeiten, Erfahrungsinseln für seinen Übergangsorden integrieren konnte. Dazu gehört die steinerne Hütte mit ihrer „technischen Wasserkunst“, der Ausguck auf dem ägyptischen Turm, die große Fontaine mit ihrer Sala Terra, und vor allem der Ausbau der Höhlen unter der späteren Ruineninsel, welche vom Architekten Hoffmann (Vater des Hofarztes) nach seinem Tod noch fortgeführt wurden. Ohne  Erfahrungen zum Höhlengleichnis Platons sind seine Erläuterungen dazu im Höheren Ruf nicht zu verstehen.

Du denkst dir einen Menschenhasser in rauchgewachsener
Kleidung. Was willst du mit deiner
Leoparden-Gruft? Du irrest. Kanst du es
fassen, so kenne den Unterschied des Schimmers
und der Nacht, aber nur die sanften Naechte sind
gruinrauschende Elisaeiden.
Vom bloßen Vermuten kommst du zum Glauben.
Beides solltest du überwunden haben.
Ein vernünftiges Nachdenken führte dich
jetztendlich zur Einsicht.

 

Die Zeit der Reife
1787 schrieb Ludwig in einem Brief an den Führer der holländischen Patrioten:

„Der erste meiner Pläne und Wünsche wird immer sein, Burgsteinfurt aus seinem Nichts zu erheben; deshalb habe ich soviel Mühe und Kosten auf mein Bagno verwendet.“

Meinte man bisher immer, die Hebung des persönlichen Ansehens, eng verbunden mit dem der Grafschaft und der gräflichen Familie wären erstes Ansinnen des Grafen gewesen, mag das auf andere Herrscher und Gartenanlagen dieser Zeit zutreffend zu sein. Nicht so auf unseren Bagno. Geleitet von der Begeisterung für die neuen Erkenntnisse der Aufklärung, hatte er bereits ab 1764 zielgerichtet das Projekt „Bagno“ einen Volkslehrgarten geplant und umgesetzt. In seinem Schulerlass von 1792 äußert sich Graf Ludwig wie folgt zu dieser Idee:

Zit: „ … wir haben die feste Hoffnung , dass in wenigen Jahren das Licht der Aufklärung und (die) Erkenntnis der Liebe zu Gott und den Nächsten aus den dunklen Wolken der bisherigen Finsternis und Dummheit hervor strahlen und der Segen in reichem Maße von
dem Thron unseren gnädigen Gottes auf unsere lieben und getreuen Untertanen herab strömen werde.“

In den Beschreibungen von Prof. Hirschfeld (1792) lesen wir:
„Der Park zu Burgsteinfurt… ist demnach nicht bloß ein reiches und glänzendes Werk der Gartenkunst, …sondern auch zugleich ein Merkmal der gastfreien Menschenfreundschaft … Ein jeder scheinet hier Besitzer dieses Volks Gartens zu seyn, er genieset gleichsam alles wie der Erlauchte selbst, der besonders Fremden, die hierin noch ein ausgedehnteres Vorrecht haben. Den ohnentgeldlichen Gebrauch … (hat er) huldreichst verstattet.“ Denn jeder der ordentlich gekleidet (darunter verstand man ‚zumindest ordentlich beschuht‘) war, konnte den Park betreten und den „Concerten und auch anderer Musicken und alles dergleichen“ beiwohnen. Weiter heißt es: „… wodurch denn öfters alle Gänge dieses Volks – Gartens mit einer zahllosen Menge Menschen angefüllt sind, die aus dem ganzen ein wahres lebendes Gemählde bilden und über dasselbe einen Reiz und Fröhlichkeit verbreiten, den die gewöhnlichen Tage der Woche, nur selten gewähren können.“ Ebd. Hirschfeld

Es muss als geschickte und vorausdenkende Maßnahme Ludwigs gewertet werden, den Burgsteinfurter Volkslehrgarten der ufklärung8 zu einer gezielt geplanten ökonomischen Unternehmung ausgebaut zu haben. Dass sich damit auch die Einbeziehung der Burgsteinfurter Untertanen in den Bau der Anlagen bei guter Bezahlung verbinden ließ, zeugt von dem guten Verhältnis zwischen beiden. So konnten auch sie an dem Wohlstand teilnehmen, der nur durch das Bagno ausgelöst worden war und ihnen vor allem im Winter eine zusätzliche Einnahmequelle bescherte. Die 90er Jahre des ausklingenden Jahrhunderts sind dann durch wechselhafte Bautätigkeiten im Bagno bestimmt worden. Alle Veränderungen führen aber jetzt zum dem Ziel, die Gartenanlage den Regeln des englischen Landschaftsparkes anzupassen, dessen Vorbilder Ludwig auf seinen Reisen nach England ausführlich studierte und schätzen gelernt hatte. Ein nachahmenswertes Beispiel in Deutschland bot der bereits schon 1765 als Landschaftspark geplante Wörlitzer Park des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau. Auch wird erwähnt, dass der Schlosspark von Schwetzingen als Vorbild gedient haben soll. Wie die Moschee ausgesehen haben mag, kann man dort augenscheinlich nachvollziehen. Im Bagno wurde sie aber nicht als Gebetsraum genutzt da es hier keine Gemeinde gab, sondern als Lagerraum für die Bestuhlung der Konzertgalerie und für das Besuchergepäck.

Die große Fontäne, in Goués Versen als hochgeradlinirig brausender Kunstfeuerschwanz, der die Luft teilt, bezeichnet, wurde als 7-strahlige Hochfontaine bereits vor 1785 in Betrieb genommen. Unter Lebensgefahr hatte man in Kassel die Technik erkundet. 1789 verbesserten sie Schlockermann und to Gempt aber so, daß die Rohrleitungen nicht mehr leck schlugen. Ab 1789 gab es dann die breite Fontaine. Diese hielt man wiederum in Kassel für so ansprechend weil sie dem englischen Gartenstil besser entsprach, daß man sie dort 1792 in der Burgsteinfurter Art in Betrieb nahm. Man hat sich also gegenseitig abgeguckt. – Der Herrensee hat die gleichen Einzugskanäle wie der Aschensee oberhalb des Bergparkes in Kassel. – Wieso die Kasseler dafür als Weltkulturerbe ausgezeichnet werden und diese Strukturen in Burgsteinfurt noch nicht einmal als „denkmalwürdig“ registriert sind, ist mir schleierhaft. Zahlreiche Staffagen aus Kassel und anderswo fanden in Burgsteinfurt eine Nachahmung, wie die Knüppel- u. Kettenbrücke, die Große Chinesische Brücke oder das Gotische Haus.

Die Moschee 1784 – ca. 1828 (Das Weisheitssymbol stand damals noch für Toleranz und Frieden = Islam)
„Zurück zur Natur“, hatte Rousseau gefordert, und die verwöhnte aristokratische Gesellschaft liebte neue Ideen. Am Gartenstil erkennt man deutlich die Zeit des Umbruchs zwischen Ancien Régime und der Aufklärung. Es bedürfte einer besonderen wissenschaftlichen Arbeit, um die romantische Symbolik und die Hinweise in der Parkgestaltung zu analysieren. z.B. Von den heutigen fünf Bagnoinseln entsprechen drei in ihrer Symbolik immer noch der Weisheit, Stärke und Schönheit. Zwei betonen die Dualität (materiel/spitituell) Das Bagnoquadrat verweist auf den rechten Winkel und den Zirkel, mit dem das Wegenetz konstruiert wurde. Goués ‚Orden des Übergangs‘ wäre nicht denkbar ohne konkrete Erfahrungen im Initiationsgarten. Das Turmerlebnis auf der 1787 gebauten Plattform des Ägyptischen Turmes, das Höhlengleichnis, die quadratische steinerne Hütte und der aufbrausende Feuerschweif der größen Fontaine wurden dafür genutzt. Erst um das Jahr 1800 hatte man einen Zustand erreicht, der den Grundlagen des englischen Gartens sehr nahe kam. Das Burgsteinfurter Bagno trug sein neues Gartenideal zur Schau, das in Deutschland zu diesem Zeitpunkt nur von wenigen anderen höfischen Gärten verwirklicht worden war. Die Mehrzahl der neuen englischen Gärten entwickelte sich erst Jahrzehnte später, so dass Ludwig die Rolle eines Pioniers und Wegbereiters durchaus zugesprochen werden kann. Die Zahl der Bauwerke lag am Wechsel des Jahrhunderts aber noch bei weit über 30 Eine Zahl, die sich im Laufe der folgenden Jahre weiter reduzierte und bislang auch nur eingeschränkt mit dem neuen Gartenideal korrespondieren konnte. – Wir wissen jetzt auch warum.

Der Beginn des Verfalls
Einen Wendepunkt in der Entwicklungsgeschichte des Bagnos wird durch das Jahr 1806 markiert. Das napoleonische Machtstreben hatte sich auch auf die kleine Grafschaft Burgsteinfurt ausgedehnt und sie dem Groß-Herzogtum Berg des Joachim Murat zugeschlagen. Die kleine Reichsgrafschaft Burgsteinfurt hörte auf zu bestehen. Die Folgen für das Bagno waren fatal. Ludwig, nicht gewillt, sich einer fremden Macht unterzuordnen, reiste nach Paris, um bei Napoleon persönlich seine Privilegien zurückzufordern.Die Bemühungen blieben ergebnislos. Entmutigt und zutiefst in seiner Würde gekränkt, verbrachte er, seine Familie in Burgsteinfurt zurücklassend, die folgenden Jahre in Paris. Kaum hatte er seine Grafschaft verlassen, rückte ein Infanterie-Regiment unter dem Befehl des Generals Beaumont in Steinfurt ein. Hin und her gerissen waren die fremd regierten Steinfurter, als schon Anfang Oktober 1806 preußische Truppen kurzzeitig die Franzosen nach Münster verjagten. Und wieder, nach der preußischen Niederlage in der Schlacht von Jena am 14. Oktober 1806 wurde der Spieß umgedreht. Die Franzosen machten mit der „Egalitè“ Ernst. Alte Zöpfe wurden abgeschnitten, Standes- und Konfessionsunterschiede beseitigt. Nach der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 mussten die Franzosen abrücken, und die Preußen übernahmen endgültig das Regiment. Bis zum August 1816 bemühte sich der Sohn Graf Ludwigs, der Erbgraf Alexis zu Bentheimn, die 1806 verlorenen Rechte und Ansprüche zurück zu erlangen. Die Preußen ließen die kleinen Landesfürsten aber abblitzen. Als Trostpflaster verlieh 1817 der König von Preußen dem entmachteten Grafen Ludwig zu Bentheim und Steinfurt daher den Fürstentitel, kein Ersatz natürlich für den Verlust seiner Souveränität. Das Bagno, von Alexis mit weniger Enthusiasmus erhalten, büßte im Laufe der folgenden Jahre die Mehrzahl seiner Gebäude ein. Die ursprünglich für Burgsteinfurt vorgesehene Entwicklung zu einem Bade- und Kurort vollzog sich nunmehr in Bentheim. Die Natur eroberte ihr Gebiet zurück, ganz im Sinne des Landschaftsparkes. Zwar erschien den Besuchern das Bagno noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts als sehenswerte und außergewöhnliche Anlage, der schleichende Verfall war aber nicht mehr aufzuhalten. 1922 verschwand der Kiosk, das letzte bedeutende Gebäude des alten Bagnos neben der Neuen Wache und der Konzertgalerie. Die Galerie steht heute noch als letzter Zeuge einer bewegten Zeit vor uns. Nur knapp hat sie die letzten Jahrzehnte überstehen können. Ihre Renovierung ging einher mit der Wiederherstellung der barocken Achse, nördlich des Gebäudes, einem Gebiet, das untrennbar verbunden ist mit der Funktion der Konzertgalerie, als Ort der Muse und des Naturerlebnisses. Ob allerdings eine barocke Betonachse den heutigen Zeitgeist in der Zukunft dokumentieren soll, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ihr weiteres Umfeld zeigt heute leider nur noch wenig von dem, was den das Bagno zuletzt prägenden Landschaftspark noch vor 150 Jahren mit Leben erfüllte. Es wird unsere kommende Aufgabe sein, die Symbolik des Wegesystems, der Inseln, den Bereich um den See, die Sichtachsen und die Bepflanzung den historischen Vorbildern nachzuempfinden, um die große Bedeutung der Anlage allen Besuchern sichtbar vor Augen zu führen. Die hydraulische Technik des Wasserhauses und der Sammelsee (Herrensee) auf dem Buchenberg, die Rohrleitungsführung und die Entnahme- und Fördertechnik sind bisher noch nicht erfasst und erforscht worden. Ich vermute z.B., daß das für die Stoßtechnik eines Widders errichtete Wehr genau zu diesem Zweck errichtet wurde. Druckfeste Holzrohrleitungen führten unter der Künppelbrücke auf die „Verlobungsinsel“. (belegtes Zit. bei Döhmann.) Woher kam diese Wasserkraft und wie wurde sie erzeugt? Das sind noch unbeantwortete Fragen die beantwortet werden müssen. Nur auf diese Weise können wir überhaupt im Einklang mit der Geschichte unserer Stadt stehen, dessen Bagno zu den interessantesten und außergewöhnlichsten Anlagen des ganzen nordwest-deutschen Raumes vor 200 Jahren gehörte. In dem für das Volk inszenierten Lehrstück des Bagno spiegelt sich nämlich die Darstellung der ganzen Menschheitsgeschichte vom Werden und Vergehen in ihrer Symbolik „von Übergängen von der Dunkelheit (des Unwissens) zum Licht (der Aufklärung) durch die Zeit der Geschichte und des menschlichen Lebens in den zahlreichen „begreifbaren“ Attraktionen wieder. Für die des Lesens kundigen waren an einigen Stellen passende Sinnsprüche angebracht. z.B. an einem Aufgang der gotischen Brücke stand:

„Überwundene Schwürichkeiten erhöhen den Reitz des frohen Genusses.“

Am oberen und unteren Bildrand des Generalplanes sind Zitate und Sprüche zu lesen über Sinn und Zweck der Gartenanlage:

Questo che si Nascende, / Excita la Curiosita.
Ganganelli = Das, was wächst, erregt Aufmerksamkeit / Neugierde.
Voltaire: Jaime mieux ces vastes Forêts / La Nature libre et hardie / Irreguliere dans ses traits /
S’accorde avec ma Fantaisie.= Ich liebe mehr diese ausgedehnten Wälder. Die freie und wilde Natur, unregelmäßig in ihren Zügen, paßt zu meiner Phantasie.
Quanto si monstra meno, Tanto piu Bella, disent les Italien = Je weniger sich mir zeigt, desto schöner ist
es, sagen die Italiener.
Ferte simul faunique pedem Dryadesque puellae Munera Vestra Cano – Virgile, Georgica = Eilt, ihr Faune, herbei und ihr, dryadische Mädchen: Was ihr dem Menschen geschenkt, das besing ich, aus Vergil, Georgica (Lehrgedicht zum Landleben) Widmung an Maecenas, Vers 12-13.
und das Motto des Ordens vom Übergang:
Dein Leben, Mensch, ist eine Reise. Der Weg verführt, gehe, hoffe (und) sey weise.
= Ami crois, la Vie n’est qu’un Voyage. Le Chemin le Trompe, Avance, Espere, sois Sage.

Die Reise durch Übergänge aus der Dunkelheit zum Licht der Weisheit.- Die Stationen dieser Reise und Allegorien der Wissenschaften und Künste, sind auch in den Gipsbildern der Konzertgalerie sehr schön und deutlich dargestellt. Die Ornamentik entspricht dem Geschmack jener Zeit und Vergleichbares befindet sich auch im Treppenhaus von Schloss Amalienborg in Kopenhagen wieder. (Möglicherweise waren die gleichen Handwerker mit der Ausschmückung beschäftigt gewesen.)
Viele Einzelheiten in den Wiesner-Karten sind bisher nicht bekannt, Beete und Wege auf der Roseninsel, z.B. die 2 Farbenhäuser etc. sind auf dem Wiesnerplan nachgewiesen.

Quellenverzeichnis und Literaturhinweise:
siehe in der Originalausgabe meines Buches
(in der Stadtbücherei kann man es ausleihen)

 

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