Nachruf

„Manchmal kommen viele, manchmal kommen wenige zur Beerdigung.“ So drückte es Pfarrer Maier-Wirsching aus, als er zu der kleinen Trauergemeinde um Gerda Wacker sprach.

Heini Rummeling hatte sicher mehr Begleiter auf seinem letzten Weg. Dafür sorgten schon die Sangesbrüder vom Männerchor Frohsinn. Ich konnte leider nicht, Arzttermin, wie das so ist. Wir trafen uns bis letzten Sommer immer bei Probst wenn Heini von der Dialyse kam und Gerda ihre Kippe brauchte. Wir sprachen über dies und das, Wichtiges und Belangloses. Immer ging es dabei um Steinfurt, oder Stemmert wie Heini sagte. Seine Zeit beim Breitensport, Tischtennis glaube ich und viele geheimnisvolle Sachen rund um den Bagno, „jedenfalls solange das noch unser Büschken war.“ Heini war überzeugt, daß der alte Kaiser-Wilhelm, (der vom Denkmal aus Bonze) noch im Bagno liegt. Wieso? „Weil die Arbeiter, die ihn zum Bahnhof bringen sollten in der Nacht wieder abgeholt haben und in Sackleinen gewickelt haben. Er wurde dann am Bagnoeingang verbuddelt (wo die Nazis bestimmt nicht nachbudddeln würden.) Vermute mal in der Nähe vom Jüdischen Friedhof“.

Gerda nickte, „kann ganz gut sein.“ Gerda erzählte nicht viel. Aber wenn, dann überlegt und mit Bedacht. „Sind alles Menschen, kann man sich nicht unbedingt drauf verlassen, sind eben so, musse selbst kucken wo de bleibst. Hunde sind treuer, sind aber kein Ersatz.“ Nein, beschwert hatte sie sich nie. Etwas verbittert war sie wohl. Sie liebte Konfekt (“ dat billige von Haags“)  und ihre Kippen halt. „Willse eine? Komm hab dich nich so.“ Und dann kam der Kaffee. Ein für Heini, ein für Gerda und ein für mich. „Willse dat Plätzchen?“ Klar, danke Gerda es war ein schöner Sommer mit euch. Tschüß Heini, tschüß Gerda – Gutgoahn!

 

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