Stadtgeschichte

Aus den frühen Tagen Steinfurts ist ein köstlich-kurioses Zeitdokument erhalten geblieben, daß ich euch nicht vorenthalten möchte. Die Steinfurter und Borghorster wandten sich nämlich 1841 an den damaligen preussischen König Friedrich Wilhelm IV. mit der Bitte, die Chaussee, die von Münster nach Holland gebaut wurde über Borghorst und Burgsteinfurt zu leiten und  schrieben einen Brief an ihren Landesvater.

Lange Zeit passierte garnichts. Dann kam ein blauer Brief aus Berlin im Postamt Burgsteinfurt an.  Da aber der keinen Absender aufwies, auch ganz schlicht gesiegelt war und obendrein mit 16 Silbergroschen Friedrich Wilhelm IV.Nachporto belastet war, schrieb eine dienstfertige Beamtenhand auf die Rückseite die entscheidenden Worte: „Wird in Steinfurt nicht angenommen.“ Auch Borghorst lehnte den Brief ab. Aber der Postmeister Drerup, der zugleich Gastwirt vom Hotel Zur Post war, brachte den rätselhaften Brief mit an seinen Stammtisch. Nun wurde man aber doch neugierig, wer da aus Berlin nach Steinfurt geschrieben hatte. Frau Drerup schlug vor, den Brief unter heißem Dampf zu öffnen und dann wieder ganz sorgsam zu verschließen, wenn etwas Unwichtiges oder Privates hervorkam Die Tischrunde wollte aber nicht länger warten und jeder zahlte für den Scherz einen Silbergroschen. (Aha, es kamen also mindestens 16 Mann zum Stammtisch damals, sonst wäre der „Scherz“ nicht aufgegangen.) Man war natürlich höchst erfreut und überrascht, als aus dem blauen Umschlag das Handschreiben Friedr_Wilhelm_des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. ans Tages- oder vielmehr ans Abendlicht kam in welchem der Landesvater dem Antrag der Steinfurter zustimmte.  Früher hing das Handschreiben im Borghorster Heimathaus. Wo es heute abgeblieben ist, weis ich leider auch nicht. So geschehen im September des Jahres 1840.  (Fehlt jetzt nur noch eine Gedenktafel mit der Aufschrift: „Neugier führte uns zusammen„.)

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