Jacob Courtain

OrgelCourtain
Das Innere dieser Orgel in Schermerhornde (NL) ist vermutlich
auch von von dem Steinfurter Orgelbauer Jacob Courtin

Jacob Courtain, auch: Jakob Courtain oder Jacobus Courtain, (* um 1745; † 1825) war ein Burgsteinfurter  Orgelbauer. Courtain kam vermutlich zuerst aus Frankreich Jacob Courtainnach Emmerich. Später ließ er sich in Burgsteinfurt nieder und baute die seinerzeit größten Orgelwerke im nordwestdeutschen Raum: u.a. im Osnabrücker Dom, in der Osnabrücker Marienkirche und in der Oldenburger Lambertikirche. Für Burgsteinfurt baute er eine kompakte bewegliche Orgel mit drei Manualen für die Konzertgalerie, den Festsaal (Kiosk) und den Gebrauch in der Bagnokapelle. Ihr Verbleib ist ungeklärt. Jedoch wird bei der Eröffnung des Arnoldinums wieder von einer 1881 erworbenen Konzertorgel gesprochen. In Courtains Bauweise vereinigten sich klassisch-französische, niederländische und norddeutsche Einflüsse.  Ein bekannter Schüler von Jacob Courtain war Johann Conrad Bürgy, der u.a. 1782 bis 1787 die Orgel der landgräflichen Schlosskirche in Bad Homburg baute.

Der seinerzeit bekannnte Abt Voglei äusserte sich sehr lobend über Jacobs Orgel in der Osnabrücker Domkirche. Er nannte sie „Die beste Orgel Deutschlands. Der Organist von St. Marien Veltmann bezeichnete Coutains Werke als das Non plus Ultra der Orgelbaukunst. Jacob war allerdings nicht sehr geschäftstüchtig und launisch. Stemmerter Künstler eben. Derselbe Veltmann schrieb über Jacob Courtin an den Justizrat in Oldenburg: „… er hat seine Launen. – Alle Künstler haben Launen …“ Jacob stirbt 1825 völlig verarmt in Burgsteinfurt.


„Dat ik een armen Duivel was! rijk in eer, maar arm in de beurs“
Courtin soll ein französischer Offizier gewesen sein und ist vor der Revolution zu den Mennoniten nach Emmerich geflüchtet.(desertiert heist es wohl im militärischen Sprachgebrauch)  Er war Orgel„Künstler“ und ein begnadeter Handwerker. Hat sich das Orgelbauen selbst angeeignet und die Orgel in der Doopsgezinde* Kerk von Almelo erneuert.
In Almelo gab es nach dem 30-jährigen Krieg besonders viele Stemmerter „Hollandgangers“ und „Linnen fabrikeurs“, die dorthin zwischen 1620-1650 geflüchtet waren. Er hatte sich dann einen „Namen gemacht“ und bekam Aufträge in Osnabrück und Oldenburg.
Als er die Orgel für Oldenburg einbauen sollte (was er nicht wollte, weil der Bau noch feucht war), bekam er Ärger wegen seiner „Künstlernatur“. Er hatte nämlich nach kurzer Zeit alles eingepackt und ist mit Sack und Pack „in einem verbrecherischen Weggang“ wieder nach Stemmert gezogen.
Er konnte auch später nicht mehr überredet werden, die Arbeit wieder aufzunehmen. Übrigens hat er an der Konzertorgel für den Bagno 9 Jahre !! gearbeitet. Und das erstemal gespielt wurde sie 1802 in der Bagnokapelle zur Hochzeit des BagnorgelPrinzen zu Solm mit der ältesten Grafentochter. Auf dem Stich Nr.19 von Le Rouge ist sie schon für die festliche Tafelmusik im gotischen Saal vorgesehen gewesen. Die Tradition des Orgelbaus ist auch heute noch in Steinfurt lebendig. In Borghorst gibt es die Fa. Orgelbau-Bensmann die sich der Tradition Arp Schnitgers besonders verpflichtet fühlt.
*) Die Algemene Doopsgezinde Sociëteit (zu deutsch: Allgemeine Taufgesinnte Gesellschaft) ist die mennonitische Kirche in den Niederlanden.
 
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3 Gedanken zu „Jacob Courtain

  1. Albert Jansen

    Schon dass Sie Jacob Courtain bekantschaft geben!
    Einige Anmerkungen:
    Sein geburtsdatum (1760) ist nicht correct. 1768 war seine erst bekannte arbeit. Er ist wahrscheinlich vor 1750 geboren.
    Das front von de orgel in Schermerhorn das Sie abgebildet haben ist nicht van Courtain. Das innere von der Orgel ist mochlich von Courtain. (Das Front von Veldhausen, auch auf Orgelsite.nl, ist von Courtain)
    Dritte alinea: Jacob Courtain stirbt in 1825.
    Vierte alinea: fur das gute verstandnis: „rijk in eer, maar arm in de beurs“

    verzeiung fur mein slechtes Deutsch

    met vriendelijke groeten Albert Jansen
    Almelo
    Niederlande

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