Ruineninsel

RuineninselAbb.: Die Burg wurde absichtlich schon als Ruine erbaut und steht symbolisch für Macht und ihre Vergänglichkeit.

Die künstliche Ruine existierte bereits lange vor 1805 und war noch vollständiger, da sie ursprünglich bewirtschaftet war. Auf älteren Aufnahmen ist die Seitenwand mit Fenstern noch zu erkennen. Die Insel selbst wurde 1788 realisiert von dem Gießener Architekt Joh. Phil. Hofmann. Als erste der fünf heute noch vorhandenen Inseln entworfen als Russeauinsel. Graf Ludwig selbst war Verehrer der Ideen des schon 1778 verstorbenen Philosophen und ließ nach dem Vorbild in Eremonville ein mit Pappeln umgebenes Denkmal errichten.

GrablegeRoussauAbb.: Frühe Planung als Grablegedenkmal für Russeau. Rechts Original-Insel im Parque Monceau bei Paris.

Später wurde die Insel immer weiter zur  Kaskadeninsel erweitert, indem man einen steilen Berg von Felsbrocken aufschichtete, Darüber sollte Wasser wie zufällig herunterlaufen. Eine sehr aufwendige Wasserbeförderung nittels einer Windmühle- getriebenen archimedischen Schnecke, führte schnell zu Problemen durch mangelnde Stabilität, unter anderem auf Grund von zwei früher erbauten Eiskellern, sodass die gesamte Kaskade 1804 zusammenbrach. Noch am Beginn dieses Jahrhunderts waren große Teile der Felskaskade auf der Insel zu finden, von der aber heute nichs mehr viel zu erkennen ist. Als das Bagno vernachlässigt wurde, ist auch der Burgbau als Steinbruch für Baumaterial verwendet worden. Ich behaupte einmal, daß bis zu 80% der Häuser in der Hahnenstrasse aus Abbruchmaterial aus dem Bagno gebaut wurden. In den Plänen von Loen war die kleine Insel noch als Grablegeinsel für Rousseau eingezeichnet gewesen.

Unter dem Einfluß von Goué und Schatzmann wurde später wieder stärker der symbolische Charakter dieses romantischen Bildes betont. Man beachte die mittelalterliche Burg mit den neugotischen Fenstern, die frühere Bepflanzung mit Eichen etc. als Zeichen für den erstarkenden deutschen Patriotismus und den Untergang des Feudalismus. Zur Bagno-Philosophie lesen Sie  >hier<  etwas.
Höhlengleichnis
Unter der Insel befinden sich Gänge einer Höhle, welche heute leider  durch ätzenden Kot von Fledermäusen zerstört werden. Auch wenn es sich um zu schützende Maus-Arten handeln mag, bin ich geteilter Ansicht über die Sinnhaftigkeit fortgesetzten kulturellen Raubbaues. Die Maus-Art ließe sich auch in den Eiskeller umsiedeln und die Insel wieder Geschichtsinteressierten (durchaus auch gegen Eintrittsgebühr) zugängig gemacht werden.

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Besucher, die vom Bagno-Quadrat aus die Ruineninsel gesehen haben, gehen am Seeufer entlang zum Bootsverleih und  weiter zur weißen Brücke und danach links zur Gedenktafel für die Moschee.

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